#122: Ist Schweigen echt Gold?
Shownotes
Wann ist es Zeit zu reden, wann ist Schweigen Gold wert? Wir – drei Frauen aus drei Religionen – teilen persönliche Erfahrungen, kulturelle Redewendungen und – auch für uns – überraschende Perspektiven aus Judentum, Christentum und Islam. Dabei reden wir darüber, wie Stille sowohl spirituelle Kraft als auch gesellschaftliche Herausforderung sein kann und manchmal lautes Schweigen wichtiger ist als viele Worte.
Bei all der Stille sind wir uns einig, dass es Situationen gibt, in denen man auch einmal laut sein muss. Diese Balance zwischen Zuhören und Sprechen ist nicht immer einfach, gerade auch im Kontext von Macht, Verantwortung oder Zivilcourage.
Komm mit auf unsere Reise durch turbulente Synagogen, ruhigere Moscheen und ganz stille Kirchen. Jetzt reinhören, schweigen ;-) und mitüberlegen. Wir würden uns freuen, wenn Du uns Deine Gedanken schickst, in die Kommentare, über unser Insta-Account oder per Mail.
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Der Podcast wird gefördert durch die Berliner Senatsverwaltung für Kultur und Gesellschaftlichen Zusammenhalt. Vielen Dank für die Unterstützung!!!
Gefilmt und aufgenommen wird unser Podcast von Sascha Lazarewski und dem Videostudio Berlin: videostudioberlin.com.
Transkript anzeigen
00:00:00: Hallo und herzlich willkommen zu einer neuen Folge, eine etwas besonderen Folge von DreiDreiEins.
00:00:11: Drei Frauen, drei Religion ein Thema wie Maike sagen würde eurem Lieblings-Podcast.
00:00:16: Und für diejenigen, die uns nur zuhören und das vielleicht nicht sehen wundert euch nicht ich spürt tatsächlich Rebecca Und ihr habt nicht aus Versehen auf ne alte Folge geklickt oder wie auch immer Sondern ihr seid live dabei oder eben Zuhause bei der MKW oder der muslimischen Krötho.
00:00:31: Woche sechsundzwanzig
00:00:32: Unser
00:00:34: jährlichen Live Podcastaufnahme seit, ich weiß gar nicht wie viele Jahren.
00:00:38: Und ich hab mich noch einmal aus meinem Podcast Ruhestand sozusagen zu euch beglebt.
00:00:44: Genau!
00:00:45: Ich freu' mich auf und wir hört und seht bin ich natürlich nicht alleine hier sondern ich bin mit den wundervollen Kommoderatoren Mike & Kübra da.
00:00:52: Hallo!
00:00:53: Einmal herrlich!
00:00:58: Genau.
00:00:58: Und ich freue mich total mit euch hier zu sein.
00:01:00: und eigentlich habe ich gedacht, der perfekte Einstieg in dieser Folge wäre einfach lange nix sagen aber es macht sich nicht so gut bei einem Medium was irgendwie auch audio-attentiv ist.
00:01:11: also ganz klassisch muss ich jetzt schon eingreden.
00:01:13: wir wissen schon mal wenn wir sagen wollen du hast gerade schon gemerkt Ich glaube das Thema ist noch gar nicht bekannt eigentlich oder?
00:01:20: Genau, das wollte ich sagen.
00:01:20: Das Thema Schweigen wäre lange nix sagen perfekter Einstieg gewesen aber macht sich nicht so gut und es gibt ja tausende Redewendungen auf jeden Fall auf Deutsch und ich bin schon gespannt Kybra ob du auch türkische redewendung wieder parat hast.
00:01:37: zum thema stille und schweigen oder reden.
00:01:41: und zwar gibts den ganz bekannte ausspruch redenes silber schweigendes gold.
00:01:46: Und ich habe mich gefragt, ihr und ich ja auch die zum Teil unserer Arbeit ist es eigentlich jedenfalls so siebzig Prozent aus dem Quatschen besteht.
00:01:57: Wie ihr mit dieser Rede umwenden oder wie zu dieser Redewendung steht?
00:02:01: Ich finde also ich kann dem etwas auf jeden Fall abgewinnen.
00:02:04: Ich würde sagen tatsächlich jetzt ist manchmal Gold wert nichts zu sagen uns zu schweigen.
00:02:07: aber wenn ich in unsere jetzige gesellschaftliche Situationen schaue find das umso wichtiger immer öfter den Mund aufzumachen, was zu sagen.
00:02:16: Das heißt ich würde es je nach Situation anders bewerten.
00:02:19: Ich würde sagen ja manchmal ist das gut nichts zu sagen abzuwarten oder sich zurückzuhalten aber in unserer Situation heutzutage würde ich sagen Es ist ganz wichtig dass wir immer wieder den Mund auch machen.
00:02:30: Das ist Gold wert.
00:02:32: Wer gibt
00:02:33: den Gold nochmal aus?
00:02:37: Mit Publikum dachte ich, dass meine Witze besser ankommen Aber anscheinend noch nicht.
00:02:42: Wir sind dann
00:02:42: fertig gefragt!
00:02:46: Ich gehe auf jeden Fall mit, was du gesagt hast, situationsabhängig.
00:02:51: Wir steigen jetzt wahrscheinlich eh nochmal tiefer ein aber... Was mir in den Sinn kommt ist halt eben Islam ist halt schon verpönt Unnötiges zu lange zu erzählen oder nur die einzige Sprecherin zu sein oder der einzige SpRECHER, was öfters der Fall ist.
00:03:11: Genau!
00:03:12: Aber genau das Schweigen in Momenten auch sehr wichtig IST, es finde ich auch so.
00:03:18: ja, Rebecca,
00:03:19: passt das ein bisschen auf die andere Redewendung, die mir noch eingefallen ist?
00:03:22: Das Taten sprechen mehr als tausend Worte und... Da gehe ich auf jeden Fall mit, habe ich das Gefühl.
00:03:30: Weil manchmal... Das ist vielleicht ein bisschen was du gerade gesagt hast, sich um den... Also die ganze Reden reden aber nichts machen und dann hat es vielleicht auch nicht so ein bisschen fehlt an Substanz.
00:03:41: Und ich fand's ganz interessant.
00:03:43: und zwar gibt es... Ich wusste das vor der Podcastfolge gar nicht von meiner Recherche in Pyrka Wott.
00:03:48: Das zitiere ich oft.
00:03:49: Das sind die Sprüche der Vorfahren tatsächlich Fast die gleiche Redewendung wie Taten sagen mehr als tausend Worte.
00:03:56: Und zwar spricht da Schimon, der Sohn von Gamliel und sagt dass er für Menschen nichts Besseres gefunden hätte als Schweigen und das zwar auch das Studium sehr wichtig ist aber sondern dass das Handeln noch wichtiger ist und dann auch, dass er sagt wer viele Worte sich vielen Worten hingibt begeht eine Übertretung oder eine Sünde.
00:04:20: Und vielleicht habe ich irgendwie so ein bisschen daran erinnert
00:04:23: Und mich erinnert das wieder anders an.
00:04:27: Ja, total!
00:04:29: Wir sagen auf Türkisch auch die Augen haben satt gesehen... Die Augen haben satt gehört, jetzt wollen wir Taten sehen.
00:04:39: Also dass Menschen manchmal sehr viel versprechend sind, sehr viel vom Podium aus sagen das wollen wir verändern oder das machen und am Ende des Tages möchten wir natürlich sehen was die Umsetzung auch da ist die Assoziation.
00:04:56: Du bist mir auch schon voraus, weil ich wollte fragen ob ich noch andere Redewendungen einfallen?
00:05:00: Aber Kübra hat schon eine gesagt.
00:05:01: Michael wie was anderes?
00:05:02: Ich würde da einhaken und sagen ja es gibt auf jeden Fall ziemlich viele biblische Verse in denen immer wieder gesagt wird man soll nicht zu viel reden und nicht soviel schwarzen sondern man soll lieber handeln oder nur dann reden wenn's angebracht ist.
00:05:16: da gibts ganz ganz viele Verse und ich würde aber ein bisschen widersprechen diesen Zitat also Taten sagen.
00:05:21: mehr als tausend Worte würden jetzt glaube Ich würde sagen, wir wollen vor allem Taten sehen.
00:05:29: Aber ich finde, dass wir auch reden müssen.
00:05:32: Denn ich komme aus einer Familie und einem Umfeld, in dem wenig geredet wurde und viel getan wurde.
00:05:37: Ich komme aus einem Arbeiterinnenumfeld, alle packen mit an, alle machen was aber keiner.
00:05:42: Also sorry to my family ist es sehr pauschalisierend.
00:05:45: das ist gerade notwendig.
00:05:46: so ist es nicht gewesen ja aber niemand redet miteinander Abend.
00:05:53: alle packen mit an und machen was.
00:05:54: Und wenn dann immer nachgefragt wird, aber was denkst du dir denn dabei?
00:05:57: oder was fühlst du?
00:05:58: Warum tust du das?
00:05:59: Was ist dir wichtig?
00:06:01: Männchen-Menschen handeln auch schneller als sie oder handeln erst bevor sich reden miteinander und deswegen würde ich das ein bisschen hinterfragen.
00:06:10: dieses Sprichwort.
00:06:11: im Allgemeinen würde ich dem zustimmen.
00:06:13: Taten sind wichtig sagen mehr als viele Worte Aber nicht immer.
00:06:16: Ich glaube es ist manchmal sehr wichtig dass wir auch die Worte zu den Taten haben Denn Manchmal müssen wir die erklären, sonst bleiben sie vielleicht ein bisschen indifferent oder werden unterschiedlich interpretiert.
00:06:28: Magst du eine türkische Redewendung jetzt?
00:06:30: Immer!
00:06:32: Ich erst auf Türkisch.
00:06:34: Wir kommunizieren jetzt.
00:06:36: Insanlar konuşa konusha annasher hayvanar koklasya koklasha das bedarf wie sagt menschen verständigen sich durch Kommunikation und Tiere hingegen durch Schnüffeln.
00:06:48: Also ja,
00:06:49: wir sollten
00:06:50: miteinander ins Gespräch kommen.
00:06:52: Bin ich voll bei dir!
00:06:53: Und das tun wir auch.
00:06:54: also wir drei sind ja predestinierte Quatscherinnen aber kommt ihr gut mit Stille klar eigentlich?
00:07:03: Gute Frage... Ja und nein, also ich genieße die Stille zu Hause.
00:07:08: Ich geniece die Stile in der Kirche wenn ich da ganz alleine bin.
00:07:11: Ich geniesse die Stil in der Natur bis ich dann aber wieder die Geräusche brauche den Lärm, ohne dass es zu laut ist.
00:07:21: Also das gewuselige Leben.
00:07:24: Das brauche ich dann doch schon wieder.
00:07:25: Ich brauche dann doch die Stimme von Menschen, die ich sehr mag!
00:07:29: Ich brauch dann doch das Gespräch.
00:07:31: Ich merke, dass mir das sprechen und die Worte sehr wichtig sind.
00:07:36: also kann sie genießen diese Stille.
00:07:38: Aber auch hier wieder ist nicht alles online zu beantworten, keine Ahnung.
00:07:43: Wenn am Essentisch die große Familie zusammenkommt und es gab irgendein Konflikt und alle sitzen da und schweigen dann genießt sich die Stille gar nicht.
00:07:50: oder wenn was Schwieriges passiert ist das Problematisches in einem Raum und niemand sagt etwas.
00:07:56: oder ich sitze an der S-Bahn und da passiert was und niemand greift ein.
00:08:00: Das sind Momente der Stille die ich nicht ertragen
00:08:02: kann.
00:08:05: Du hast jetzt alle Themenbeteiligten gezeigt.
00:08:08: Wow, sehr wichtig!
00:08:10: Ja ich gehe auf jeden Fall voll mit aber bei mir ist auf jeden fall wenn... Ich kann Stille nicht so ganz ertragen wenn ich zu Gast bin oder Gäste habe und es ist einfach mal momentan nichts los und ich bin eine Person irgendwas in mir sagt Kübra, du musst die Leute jetzt entertainen.
00:08:27: Du hast den Job diese stille, peinliche Stimme zu unterbrechen und einfach so bisschen Laune
00:08:33: zumachen.".
00:08:34: Ich weiß nicht... ich glaube das habe ich vom Papa geerdet, dieser Wunsch, dieser Drang, die Stimme zubrechen und die Stille zu brechen und irgendwas sagen zu müssen.
00:08:44: aber dann gibt es natürlich Momente wo ich sie genieße, wo ich Sie brauche vor allem wenn ich jetzt einen riesen Tag hatte Meine Ruhe.
00:08:54: Also ihr wisst, wenn wir gleich auseinander gehen reden,
00:08:56: bin ich mal miteinander bis wir uns wieder sehen.
00:09:00: So was nicht
00:09:00: gemeint?
00:09:02: Zu Hause dann!
00:09:03: Aber ja also für mich ist tatsächlich Stille manchmal unerträglich.
00:09:07: Ich merke auch Wir haben gerade ein Projekt heißt Raum stille Stimme und da gibt es so eine Einheit mit fünfzehn Minuten wo wir wirklich nichts machen.
00:09:15: Stille sind, die die Teil nehmen.
00:09:17: Denn mit Jugendlichen Mädels machen wir das genau.
00:09:20: bei der Forum Dialog haben wir dieses Projekt.
00:09:22: Genau Dankeschön und ich habe mich echt schwer getan diese fünfzehn Minuten nichts zu machen.
00:09:28: und still da zu sitzen und nichts zu Machen und still darzusetzen heißt ja auch du sollst auch nicht gestikulieren Du sollst ja auch nicht um die weiß ich nicht andere zum lachen bringen oder so einfach sich zu beherrschen Und einfach still dazu sitzen.
00:09:42: Ich tue mich tatsächlich schwer.
00:09:43: wie ist es bei dir Rebecca?
00:09:45: Also ich würde sagen, dass sich beides sehr gut kann.
00:09:48: Ich kann sehr viel quatschen und ich kann auch sehr lange nix sagen aber vielleicht sehen sie das alle schon?
00:09:55: Und ihr?
00:09:56: Ich kann nicht still sitzen also ich kann lange nichts sagen aber die ganze Zeit hier so rumschuchteln oder irgendwas mit meinen Händen machen.
00:10:04: Das ist auf jeden Fall so.
00:10:06: stillsitzen und nix zu sagen ist unerträglich für mich.
00:10:10: Und genau, es ist immer situationsabhängig.
00:10:12: Ich muss aber sagen ... ich weiß nicht, ob das so ein altes, also bin ich jetzt super alt.
00:10:16: Aber ich hab das Gefühl, dass ich mit dem Alter mehr stille Brauch und Mark auch manchmal als früher.
00:10:24: Wir kommen ja vielleicht noch mal zu so rituellen Sachen gleich oder wir kommen auf jeden Fall dazu?
00:10:29: Aber ich konnte zum Beispiel früher nie meditieren.
00:10:32: Es war mein Horror!
00:10:33: Jetzt ist das irgendwie was, womit ich mich irgendwie angefreundet habe.
00:10:36: Also ich glaube man kann das auch lernen Genau.
00:10:38: Und ich habe gerade über Rituale schon angefangen, wie sieht das denn aus in euren Schriften?
00:10:43: Habt ihr mir Texte und Geschichten mitgebracht zum Thema Stille aus eurem jeweiligen Religion?
00:10:51: Oh danke!
00:10:53: Ich würde noch mal ein bisschen vorher weiter ansetzen, denn ich hab mir auch ein paar Gedanken gemacht... ...und ich dachte es gibt vielleicht auf verschiedene Formen oder verschiedenen Arten der Stille bzw.
00:11:03: der Schweigens Und ich bin darauf gekommen, dass es ein zuhörendes Schweigen gibt.
00:11:10: Zum Beispiel in Seelsorgegesprächen oder wenn wir einer guten Freundin zuhören.
00:11:15: dann gibt es das zuhörende Schweigen und es gibt dieses schwierige, dieses kritische, dieses antwortlose Schweigen.
00:11:23: da habe ich ja eben das Beispiel von der Familie am Küchentisch gesprochen.
00:11:27: Ich dachte es gibt aber auch ein geduldiges Schweigen.
00:11:32: Das finde ich ganz interessant, also zu warten auf eine Antwort, dass sich ein Konflikt löst oder das ein bestimmter Brief kommt.
00:11:41: Es gibt aber auch einen Entsetzen des Schweigen, da es ist eine Situation und ein Wort einer Handlung einem die Sprache verschlägt im wahrsten Sinne des Wortes.
00:11:50: Und ich dachte, es gibt auch gesetzliche Schweigen in einem Rechtsstreit.
00:11:58: Ich dachte, es gibt auch ein erfüchtiges Schweigen und da kommen wir vielleicht schon in Richtung heilige Schriften.
00:12:04: Und vielleicht auch das Schweigengottes oder das göttliche Schweigen.
00:12:11: Ihr nickt alle so?
00:12:12: Deswegen gehe ich davon aus, ja, das kann man gut verstehen.
00:12:15: Es gibt sicherlich noch mehr.
00:12:16: Das sind die Formen der Aspekte am Schweigen an der Stille, die mir eingefallen sind.
00:12:24: weitermachen, wie ich eben schon kurz gesagt habe das Schweigen eben oft als
00:12:30: nicht
00:12:30: sprechen.
00:12:32: Als die Hand vor dem Mund, als die Lippen verschließen oder das Ohr verschließen und als die Zunge klebt am Gaumen.
00:12:42: so wird in der Bibel Alten und Neuen, beziehungsweise erst im zweiten Testament über das Schweigen gesprochen.
00:12:49: Über das Nicht-Antworten oder über das Nichtreden.
00:12:52: Es gibt ganz viele Verse wirklich unfassbar viele Verse dazu.
00:12:57: So was wie wo viel Worte sind da geht's ohne Sünde nicht ab.
00:13:00: wer aber seine Lippen im Zaum hält ist
00:13:03: klug.
00:13:04: Genau
00:13:05: der gleiche Spruch den ich vorhin schon
00:13:08: auspürke.
00:13:10: Oder
00:13:10: so etwas wie Der andere macht sich, der eine schweigt und wird deshalb für Weise gehalten.
00:13:16: Der Andere macht sich unbeliebt weil er viel redet.
00:13:19: Der eine schweit, weil er nichts zu antworten weiß.
00:13:21: Der andere aber schweigt und wartet auf seine Zeit.
00:13:24: ein weiser Mensch.
00:13:26: Es gibt ganz viele solcher Verse vor allem im ersten Testament.
00:13:31: Aber auch noch einige Geschichten, da gehen wir vielleicht gleich drauf ein.
00:13:35: Kübra!
00:13:36: Das erinnert mich alles so.
00:13:37: Also schweigen ist nicht nur einfach wirklich wenig zu sagen, es nicht nur wirklich wenige Worte zu benutzen sondern Bedacht zu sprechen.
00:13:46: ich glaube das ist die Quintessenz was auch vor allem im Islam gemeint wird.
00:13:53: also sei dir dessen bewusst was aus deinem Munde herauskommt und ich weiß nicht ob wir das schon mal bei einer anderen Podcast folgen Ob ich das schon mal gesagt hatte?
00:14:03: Bestimmt,
00:14:04: aber es ist
00:14:05: egal.
00:14:06: Anatomisch wenn wir unsere Gesicht anschauen okay ihr seht jetzt meine Ohren nicht wegen dem Hijab aber ihr wisst ich habe zwei Ohren und nur ein Mund.
00:14:16: so was sagt das aus?
00:14:18: höre zweimal Betrachte zweimal, aber sprich einmal.
00:14:23: Also es ist halt auch sich Zeit zu nehmen und andere zu wahrzunehmen und zu schauen, zu beobachten was passiert denn?
00:14:32: Und dann eben bedacht zu reden!
00:14:34: Und jetzt kommt wieder meine türkische Redewendung.
00:14:38: Das heißt deine Ohren sollen hören was aus deiner Munde herauskommt.
00:14:43: also passt doch auf was du sagst, weil das kann man da nicht rückgängig machen.
00:14:47: Es gibt auch ein religiös gedacht.
00:14:51: vielleicht auch in dem du etwas sagst wirst du nicht mehr der Herr die Herren des gesagtem aber wenn du deine Gedanken für dich behältst, dann hast du Macht über sie.
00:15:06: Weil ab dem Zeitpunkt, ab dem ich was gesagt habe und dich das zum Beispiel verletzt, kann ich es nicht mehr rückgängig machen.
00:15:12: Und deswegen sollte ich mir bewusst sein, sage ich das?
00:15:16: Wie sage ich dass?
00:15:16: Und jetzt kommt eine deutsche Redewindung!
00:15:18: Ich liebe diese Windungen... Der Ton macht die Musik!
00:15:21: Können wir bitte
00:15:22: so ein kleines Dictionary machen?
00:15:25: Sehr
00:15:28: gerne, sehr gerne.
00:15:30: Also ja, Ritwale.
00:15:32: Das ist ein
00:15:32: Abreiskalender!
00:15:33: Ja, sehr gern.
00:15:34: Wir haben jetzt so kleinen Bildern von hier in der Ecke.
00:15:39: Wenn jemand das macht, war es zum Sonntag aber zu Freitag mit meinem Freund.
00:15:46: in Surah al-Mariam und auch Al Imran.
00:15:49: Sa'hariyas ist ein Prophet nach Islam, er möchte unbedingt einen Kind haben und Gott verspricht ihm im hohen Alter einen Kind.
00:15:59: und dann sagt er ich kann es aber gar nicht abwarten, kannst du mir ein Zeichen?
00:16:03: Ein Wunderereignis zeigen damit ich verstehe dass wirklich meine Frau auch im hohem Alter wo's eigentlich gar nicht passieren kann ein Kind gebären wird und Gott sagt dann Du willst nicht reden können.
00:16:15: Du wirst nur gestikulieren können mit Menschen für drei Tage und das ist so quasi sein, dass das vor Wunderereignis Damit er weiß, ah okay das Wunder dass eben die Frau im hohen Alter auch schwanger werden kann wird passieren.
00:16:29: Dann haben wir aber auch wieder im Surat al-Maria bei Maria.
00:16:34: Maria wird eben schwanger mit dem ... hat das Baby im Bauch und ist erstmal überfordert.
00:16:40: wie erzähl ich das den Menschen?
00:16:42: Und sie geht dann ein Schweigegelöbnis mit Gott ein und sagt und Gott sagt zu Maria Nicht reden soll mit den Menschen, nur auf das Kind zeigen soll.
00:16:53: Weil das Baby wird in der Wiege zu den Menschen sprechen und quasi die Mutter eben ins Schutz nehmen und sagen ... Also es sind jetzt meine Worte!
00:17:02: Wenn ich sprechen kann als Baby was ja eigentlich nicht passieren kann dann ist es halt auch ein Wunder dass Maria ohne Vater quasi ohne Mann einen Baby im Bauch hat.
00:17:13: Das vielleicht erst mal so als Einstieg.
00:17:14: aber wie schaut's im Judentum aus?
00:17:16: Genau.
00:17:17: Ich würde sagen, dass das Juntum eigentlich für mich eine Religion und eine Gemeinschaft ist, die ich eher mit Klängen und Geräuschen und viel Gewusel in Verbindung bringen würde.
00:17:27: Also zum Beispiel allein, dass die Tatsache, dass
00:17:31: Gott
00:17:31: durch Wörter die Welterschaft, also durchsprechen die Weltschaft.
00:17:35: Und dann sehen wir vielleicht auch wieder was du schon gesagt hast wieviel Machtwörter haben können nicht?
00:17:40: Aber auch wenn man zB schon jemals irgendwie in dem Bait mit Drasch, also in so einem Studiensaal war.
00:17:47: Vielleicht würden viele Leute denken das wenn ich so heilige Texte studiere dass man so ganz ansichtig irgendwie so ganz bei sich und ganz leise sitzt.
00:17:54: aber wenn man dann da ist es ein unglaublicher Geräuschtkulisse weil man daran glaubt die Texte laut krezitiert und diskutiert werden müssen.
00:18:04: das heißt auch man lernt immer zu zweit du darfst nicht solls nicht alleine lernen Und du sollst mit dem Text ins Gespräch kommen und mit deinem Gegenüber.
00:18:12: Und das ist wichtig, dass der Text laut gesagt wird.
00:18:15: Das heißt es ist eine unglaubliche Geräuschkulisse.
00:18:17: Und selbst zum Beispiel auch ich finde es sehr bemerkenswert wenn Leute das erste Mal in der Synagoge waren also auf jeden Fall so im deutschen Kulturkreis.
00:18:26: Eine Sache die sie mir rückmelden ist... Es ist so laut!
00:18:30: ...und ihr redet ja die ganze Zeit und Leute quatschen die ganzezeit miteinander und irgendwie die Kinder rennen rum Man hört manchmal die älteren Männer meistens oft, um ehrlich zu sein.
00:18:41: In der ersten Reihe lauter Schnacken als die Person, die da vorne
00:18:44: steht
00:18:45: und es ist wie so ein ganz wildes Treiben Genau, aber es gibt auf jeden Fall auch Momente der Stille und auch im Gebet.
00:18:53: Gibt's zum Beispiel auch... Ich finde es immer ganz witzig in diesem... In manchen von den Cedurimeln, den Gebetsbüchern gibts so kleine Pictogramme an der Seite also so kleine Bildchen die dir sagen was du machen sollst Und bei dem einen das heißt Die Amida Das ist das stehende Gebet.
00:19:06: Jetzt haben wir so jemanden der so die Hände voll die Lippe macht und das war so ganz laut und das ist also ganz toll.
00:19:13: Also fett gedruckt Schweigen, leise sein und vielleicht dadurch dass das so hart hervorgehoben werden muss kann man sich auch vorstellen wie laut es sonst eigentlich ist.
00:19:23: Genau Und ihr habt ja auch schon so ein paar Geschichten und Texte mitgebracht.
00:19:28: Ich hoffe, ihr habt gleich noch mehr Geschichten aber ich wollte vielleicht eine Geschichte jetzt schon mal mitbringen weil Maike auch so unterschiedliche Facetten von Schweigen angesprochen hat und zwar was sich sehr interessant finde obwohl Maike gerade gesagt hat dass im... Was sie erstes Testament oder ich Tora nennen würde viel darum irgendwelche Verse gibt die vom Schweigen sprechen.
00:19:50: Als irgendwas Positives ist mir aufgefallen, dass es oft in den Geschichten Schweigen als Traumareaktion gibt.
00:19:56: also vielleicht was du vorhin gemeint hast mit der... Die Zunge klebt am Gaumen und man ist so erschrocken das man nicht sprechen kann.
00:20:02: Und eine Geschichte, die mir da immer sehr einfällt Mit der ich's sehr doller harter wie uns ja teilen auch Ist nach dem Nadav unter Vihu.
00:20:11: Also das sind die Söhne von Aron Dem Bruder von Mosche Von Moses die kommen um und zwar sind es die Priester.
00:20:22: Und sie gehen in damals noch das Stiftzelt, also es gibt noch den Tempel nicht sondern man befindet sich in der Wüste und sie opfern was.
00:20:28: und es steht da ein fremdes Feuer.
00:20:30: wir wissen nicht so ganz worum's da wirklich geht und die Interpretationen sind so ein bisschen unterschiedlich.
00:20:36: und dann wird beschrieben wie Sie von diesem göttlichen Feuer aufgefressen werden das heißt sie sterben in ihrem Gottesdienst.
00:20:44: Es wird dann oft erklärt zum Beispiel dass sie entweder betrunken waren oder dass dieses fremde Feuer etwas ist, was nicht dazugehört hat.
00:20:52: Aber jedenfalls, was sehr klar ist diese zwei Söhne sterben und der Vater Aaron schweigt als Reaktion und sein Bruder versucht ihm irgendwie auch zu erklären ja vielleicht das es deswegen passiert oder versucht irgendwie da so Sinn reinzugehen und Aaron schweit einfach die ganze Zeit Was ich sehr spannend finde weil Wir das vielleicht alle auch kennen.
00:21:17: Es gibt einfach Momente, in denen uns alles im Halt stecken bleibt und wir nicht mehr reden können.
00:21:24: Das finde ich interessant.
00:21:27: In unserer Tradition der Judischen wird davon abgeleitet, wie man sich zu verhalten hat wenn jemand stirbt.
00:21:33: Und zwar sagen alle Traditionen, dass man eben nicht hingehen soll und sagen soll das es irgendeinen Grund für Sterben gab oder wie auch immer.
00:21:42: Sondern auch das wenn man zum Beispiel schiefer sitzt ist dieses traditionelle, dass wenn jemand verstorben ist dann kommt man zu den übrig gebliebenen aus der Familie während sie trauern.
00:21:51: Kommt man als Gäste hin?
00:21:55: Und es ist wichtig dass ich, wenn ich komme um jemanden zu trösten nicht das erste Wort ergreife sondern warte bis die trauernde Person zuerst mit mir spricht.
00:22:06: Genau und dann ist mir halt noch ein anderes ein anderer Ferse zu eingefallen von Kohelet.
00:22:13: Ich habe vergessen immer wieder so der Prediger genau und zwar und es gibt ja auch ein schönes Lied dazu aus den Sechzigern wird da gesagt, a time for silence and the time of speaking.
00:22:27: Und davon hast du ja auch schon geredet?
00:22:29: Das ist sehr wichtig, es einfach zu wissen.
00:22:30: situativ wann rede ich und wann spreche ich genau.
00:22:35: aber ich habe irgendwie sehr viel innerhalb dieses Themas darüber nachgedacht das schweigen oft auch eine Traumareaktion sein kann.
00:22:43: Ja
00:22:45: Ich dachte zudem was du gesagt hast Kybra dass man doppelt hören soll, doppelt sehen soll und erst dann gewählt sprechen.
00:22:53: Das verstehe ich, aber ich habe da eine kleine Anfrage.
00:22:58: Ich denke mir nämlich...ich kann ja nicht alles alleine denken also ich brauche doch das Gespräch mit anderen auch.
00:23:04: Ich weiß dass es nicht absolut gesehen sondern das ist eher ein Ratschlag oder daran eine Leitlinie ne?
00:23:11: Aber ich glaube ich brauch ja das Gespräche die Auseinandersetzung mit anderen und wir müssen ja auch... Ich muss ja auch Fehler machen dürfen.
00:23:20: Wir müssen Menschen sagen dürfen, da hast du dir aber was... Was hast du gedacht und warum hast du das gesagt?
00:23:25: Das ist nicht korrekt oder das wäre irgendwie die bessere Variante das so auszudrücken dass erfahren oder erleben wir ja auch.
00:23:32: deswegen funktioniert interreligiöser Dialog hier auch nicht alleine dadurch dass wir irgendwas anderes lesen von anderen Religionsgemeinschaften sondern wir müssen ja im Gespräch sein und ich glaube dass es ganz wichtig ist das Gedanken auch rausmüssen also denken oder das, was in uns liegt.
00:23:49: Das muss raus werden und wir müssen es irgendwie teilen
00:23:51: können.".
00:23:52: Und da finde ich wiederum zum Beispiel die Seelsorge als einen sehr guten Ort.
00:23:58: Oder die Beichte
00:23:59: z.B.,
00:24:00: denn da dürfen.
00:24:01: die tiefsten Gedanken – also dass man sich überhaupt wirklich nicht
00:24:04: traut
00:24:05: anderen zu sagen sogar dem eigenen Partner oder der eigenen Mutter nicht oder der besten Freundin – das ist der Ort wo man genau das was man tief in sich trägt einmal sagen möchte ein Tiefsitz Bedürfnis, ein großer Fehler.
00:24:19: Irgendetwas, keine Ahnung, Spezifikum?
00:24:22: Wovor man sich schämt was man an sich hat oder so dass man das sagen kann dass das rauskommt.
00:24:27: ich glaube dass es nicht gut ist... Ich weiß du meinst das nicht so aber dass das in uns stecken bleibt weil dann verstocken wir vielleicht und dann verklebtes und ich glaube es wichtig ist dass wir es irgendwie teilen dürfen.
00:24:38: also da würde ich sagen das muss auch raus.
00:24:40: aber so habe ich's auch nicht ganz verstanden.
00:24:43: ja ich bin voll bei dir.
00:24:45: Das, was ich gesagt habe ist vor allem die Art und Weise wie man etwas sagt.
00:24:49: Und wenn jemand das Buch kennt von Imam Ghazali iya Ulamiddin da gibt es ein Riesenwerk und da gibt's einen Teil wo es darüber geht wie man die Zunge behüten kann weil die Zunge uns auch in den Höllenfeuer bringen kann.
00:25:15: Was ist damit gemeint?
00:25:16: Üble Nachrede.
00:25:17: Wenn ich Menschen das Herz breche, weil wir sagen es ist viel schlimmer einen Menschen das Herzen zu brechen als die Kerbe wohl gemerkt der wichtigste Städte im Islam unsere Gebetsrichtung zu zerstören.
00:25:34: Also jemanden das Herz zu breichen da muss man echt vorsichtig sein.
00:25:38: und deswegen... Es ist so wichtig was man mit was aus dem Mund eben rauskommt.
00:25:45: Aber ich bin voll bei dir, wenn du sagst wir müssen auch sprechen.
00:25:48: Ich finde es interessant dass du auch so üble Nachrede und sowas angebracht hast und ich glaube auch also ich hatte deine Redewendung eher so verstanden das ist darum geht, dass ich halt bedacht mit anderen Menschen in den Austausch gehe und nicht einfach so alles raus kotze.
00:26:02: Aber ist das nicht auch mal wichtig?
00:26:03: Also ich könnte mir jetzt auch vorstellen, es ist doch voll wichtig.
00:26:05: Ich finde es richtig toll dass ich so gute Freunde in meinem Leben habe, den ich auch mal was ungefiltert sagen kann.
00:26:10: also in meiner Gemeinde.
00:26:11: vielleicht hört ja jetzt jemand zu aber dann würde ich sagen
00:26:14: Ja
00:26:14: das kann ich verstehen und dann würde sich halt am Telefonat sagen oh mein Gott das ist so schlimm!
00:26:18: Und da würde ich vielleicht ein bisschen umgangssprachlich sprechen.
00:26:20: Das muss dann ja auch mal raus.
00:26:21: man muss ja auch wie etwas teilen.
00:26:23: Man muss auch mal sagen das war jetzt also Was für einen Lauch wo.
00:26:27: ich kann's nicht mehr ertragen.
00:26:29: Das find' ich auch in Ordnung das soll ja
00:26:31: mal raus.
00:26:31: Genau, aber was ich wichtig finde, was du gerade gesagt hast ist ja dass es auch darum geht, dass sich obwohl ich ehrlich mit dir sein soll und jetzt auch nicht irgendwie hinten rum irgendwelche Lügen über dich verbreiten soll, dass vielleicht aber manchmal wenn's zum also hier explizit...
00:26:47: Was?
00:26:48: Wolltest du mir schon immer
00:26:49: mal sagen?
00:26:51: Nein!
00:26:52: Dass vielleicht das manchmal nicht der Moment ist das jetzt zu machen Sondern dass ich dann später zu jemandem gehe, der nicht betroffen ist und mich auskotzt.
00:27:00: Da hab' ich auch einen Zitat.
00:27:03: Keine Redewendung!
00:27:03: Diesmal ein Zitat!
00:27:05: Es steht dir so... Du musst stets die Wahrheit sagen immer aber jede Wahrheit nicht überall.
00:27:14: Und das ist glaube ich das was du sagst.
00:27:15: Das ist ein Zitat schlecht übersetzt von mir, von video-summern.
00:27:18: Zeit muss sie Aber genau also immer Wahrheit sprechen, aber nicht jede Wahrkeit jederzeit raus.
00:27:27: Ja, und ich wollte aber jetzt... Nein, sorry!
00:27:30: Jetzt musst du einmal schweigen.
00:27:34: Aber gleich darfst du reden.
00:27:37: Das will ich noch unbedingt kurz thematisieren.
00:27:39: Du hast das Thema üble Nachrede angebracht.
00:27:42: Und natürlich ist es total wichtig ja auch – und du hast ja auch mit der Wahrheit gerade gesprochen – dass wir andere Leute nicht verunglüpfen oder irgendwelche Lügen über Menschen investen?
00:27:53: in den, ja einfach verbreiten genau
00:27:56: und
00:27:57: gleichzeitig.
00:27:57: Und es würde mich interessieren was wie ihr das wahrnimmt, nämlich dass manchmal in Religionsgemeinden so war, dass alles als üble Nachrede deklariert wird obwohl es manchmal zum Beispiel Gewalttaten sind und dass wenn man die aber dann anspricht Dass das schon als üble Nachrede deklariert wird.
00:28:16: Und dass es oft benutzt wird auch, um zum Beispiel Betroffene zum Schweigen zu bringen und denen gesagt wird ja aber du willst ja so einen Sohn nicht verunglimpfen?
00:28:25: Du musst ja auch daran denken da hängt so viel an der also irgendwie für die Person dran.
00:28:30: Aber es passiert ja dann oft wirklich, dass es so ein Täter in Schutz
00:28:34: gibt.
00:28:35: Habt ihr dazu Erfahrungen oder...
00:28:38: Also da würde ich sagen Das ist eine ganz klassische Struktur Evangelischen Gemeinden, ich spreche jetzt auf jeden Fall erstmal für meine Kirche.
00:28:46: Es ist ein ganz häufiges Muster was auch zum Beispiel in der Forumstudie untersucht worden ist vor zwei Jahren und dann veröffentlicht worden ist dass genau diese Strukturen eben sexualisierte Gewalt oder andere Grenzüberschreitungen Begünstigt.
00:29:02: leider, also wenn nicht darüber gesprochen wird was passiert wird und wenn Räume so geschlossen sind das Dinge die dort passieren nicht nach draußen dringend.
00:29:11: Also es gibt ganz viele kleine Mechanismen an denen geschraubt werden kann, die verbessert werden können damit Räumetransparenter sind.
00:29:20: Wer hat ein Schlüssel?
00:29:21: Wer hat Zugang?
00:29:22: Wer darf sprechen?
00:29:23: Wer sich beteiligen?
00:29:25: Wer ist Teil einer Runde?
00:29:27: Wer muss sich auch beschweren?
00:29:30: Wer darf das, wo?
00:29:31: so wird es gesammelt.
00:29:32: Das sind ganz wichtige Punkte damit dass eben nicht passiert.
00:29:35: Und es ist wichtig, dass es Ansprechpersonen gibt.
00:29:38: Beauftragte gibt Präventionsbeauftragten die Gruppen, Gremien Räume Institution immer wieder Schulen und immer darauf hinweisen das es in jedem Raum Hinweise gibt.
00:29:49: an wen kann ich mich wenden?
00:29:51: auch das hier ist gerade ein Raum in dem Machtstrukturen herrschen Unausgesprochene ihr seid alle leise wir reden Und so.
00:30:01: da kann man auch mal drauf schauen.
00:30:02: aber genau Also nicht die Betroffenen sind immer in der Pflicht zu sagen, was passiert ist.
00:30:12: Sondern es muss ja schon viel früher angesetzt werden, dass das erstmal gar nicht geschehen kann und dass es Menschen gibt, dass es Anlaufstellen gibt, die Wort ergreifen und geschehendes
00:30:25: bzw.,
00:30:26: dass geschehnendes nicht unter den Teppich gekehrt wird sondern besprochen wird.
00:30:29: Ich würde nicht sagen, dass das vor Unglimpfen ist.
00:30:32: Genau, aber es wird auch schon eine Sache, die oft benutzt wird in so sehr hierarchischen Strukturen.
00:30:37: Dass das irgendwie reden über etwas als verpöntes Ja
00:30:44: Also es ist ja sehr sensibel, deswegen dieses Thema mit üblichen Nachräte.
00:30:48: Also im Islam ist das einer der großen Sünden.
00:30:51: Deswegen ist man auch.
00:30:52: die Debatte kenne ich auf jeden Fall.
00:30:54: ab.
00:30:54: wann ist das eine üble Nachrede?
00:30:56: Ab wann ist es konstruktiv für Kritik?
00:30:58: oder ab wann kann in der Teammietung quasi beim Team sprechen, damit man irgendwie was aufarbeiten kann.
00:31:05: Und da ist zwei konkrete Sachen habe ich so im Kopf von Müntern.
00:31:10: das erste ist wir sprechen nicht über Wir verteufeln nicht Personen sondern die Tat.
00:31:17: Das muss ans Licht kommen.
00:31:19: und wenn eine Person jetzt etwas Falsches gemacht hat dann natürlich auch das benennen dass diese Person das gemacht hat.
00:31:24: aber wir leben, markieren diese Person nicht für immer so.
00:31:30: Geben quasi auch für die Personen Raum sich zu entschuldigen und das wieder gutzumachen.
00:31:35: Das ist das eine aber was das jetzt im religiösen Sinn was wir vorgehensweise haben müssen da haben wir eine klare prophetische Überlieferung und zwar heißt es wenn vor euch Ungerechtigkeit eben passiert einer Machtposition steht, dann steht es dir zu das per Hand zu ändern.
00:31:58: Wenn du diese Machtstruktur in der Machtstrukturen nicht drin bist, dann solltest du per wörtliche Rede quasi es versuchen zu ändern oder auf die Personen rechtzuweisen.
00:32:10: und wenn auch das nicht klappt, dann die dritte Version Abstand nehmen von entweder wenn das in diesem Raum ist dass ich dann auch gehen kann.
00:32:21: Ich möchte mit der Situation nichts zu tun haben.
00:32:24: Das ist für mich eine Grenzüberschreitung, das ist für mir nicht okay.
00:32:29: Das man
00:32:29: mit der Situation entzieht?
00:32:31: Meinst du
00:32:31: bei des Letztes?
00:32:33: Dass ich innerlich zu distanzieren eigentlich.
00:32:35: Innerlich oder
00:32:36: auch
00:32:36: äußerlich?
00:32:37: Wenn ich eben das Äußerliche nicht machen kann dann als dritte Punkt ist dann innerlich zudistanzieren also entweder par Hand das ändern Äußerlich ändern oder zuletzt, wenn es gar nicht geht, innerlich distanzieren.
00:32:56: Ich wollte noch was sagen.
00:32:57: Und zwar hat Rebecca ja eben gerade gesagt, dass dir oft zurückgemeldet wird wenn Menschen Deutschsprachling-Raum zum ersten Mal eine Synagoge besuchen, das sie dann überraschend ist so laut ist?
00:33:07: Ja!
00:33:07: Well guess... Wie verhaltet ihr euch, wenn ihr in der Kirche kommt?
00:33:10: Ihr seid leise und es wird euch irgendwie durch den Raum, durch die Architektur, durch Die Menschen, die da sind zu verstehen gegeben, dass man jetzt ganz... Das ist ein Raum der Stelle.
00:33:21: Dann kann man maximal Kerzen anzünden, sich leise in die Bank setzen und jedes einzelne Knarschen irgendwie durchflutet den Raum.
00:33:28: Egal ob ihr eine Citykirche besucht oder weiß ich nicht... ...den Dom oder vielleicht ne kleine Kirche am Rande überall ist das Leise.
00:33:37: Das heißt es gibt da offensichtlich einen anderen Umgang mit der Schriftlesung, mit Gottesdienst und dem Gebäude.
00:33:44: Und ich würde sagen Kann ich verstehen, dass das so gemacht wird?
00:33:48: Aber ich verstehe es nicht immer.
00:33:49: Denn ich finde, dass Kirchen und gerade Kirchenräume sind die Räume in denen Gemeinden und Menschen leben.
00:33:55: Die sollen genauso belebt sein!
00:33:57: Gut, dass es Gemeinderäume gibt und Gemeindezentren.
00:33:59: Aber ich habe das gerade nicht bei uns gebaut.
00:34:02: Und jetzt findet alles in der Kirche statt.
00:34:04: Das ist total schön zu erleben, dass man da reingeht und dass da Gruppenstatt finden und Chorproben oder Musikproben und Kindergruppen und weiß ich nicht unsere großen Gemeindesitzungen und das Kirchencafé in.
00:34:15: Alles findet jetzt in diesem Raum statt.
00:34:16: Es ist schön, dass so viele Leben geben, dass er laut ist.
00:34:20: Mir ist es ganz wichtig Menschen zu vermitteln wenn sie kommen.
00:34:22: du kannst auch noch reden!
00:34:24: Du kannst dich unterhalten!
00:34:26: Du kannst es als Ort der Verbindung und des Gespräches nutzen.
00:34:30: Das Clash leider ein bisschen mit den Menschen, die die Erwartung haben... Ich möchte jetzt Sonntagmorgen Ruhe!
00:34:35: Und viele Menschen erfahren Ruhe Heute in unserer Gesellschaft nur noch an religiösen Orten oder vermehrt an religiosen Orten und suchen sie deswegen auf, weil da irgendwie sind wir weg von dem lauten Gewirrschallung.
00:34:49: Genau der Stadt das sind so dicke alten Mauern oder es ist ein Raum in dem dafür gesorgt wird dass Stille ist.
00:34:55: Das finde ich total interessant.
00:34:56: Ich find's aber wichtig dass beides da sein kann also dass da die Stille praktiziert gelebt und erfahren werden kann auch Die andächtige die die feierliche stelle dass sich da Momente habe um mit Gott in Verbindung zu treten, also einstimmen kann in diese Stille.
00:35:12: Gott ist auch... Ich finde ja viele sagen immer sie erfahren Gott.
00:35:16: jetzt komme ich von einem zum nächsten, du guckst mich schon so witzig an aber viele haben ja keine... Gott antwortet nicht!
00:35:21: Ist dann immer eine große Sage.
00:35:22: wo soll ich wissen dass es Gott gibt's gar nicht?
00:35:24: weil Gott antworte nicht.
00:35:25: und dann würde er sagen aber vielleicht finden wir ja Gott gerade in dieser Nichtantwort also gerade in der Stille.
00:35:31: Das hat zum Beispiel die Theologen, meine Lieblingstheologin, der Rote Salle so beschrieben.
00:35:36: Denn ihr Buch heißt Mystik und Widerstand durch stilles Geschrei.
00:35:39: Und stilles Geschrei ist ein Name für Gott, den diesen Namen gibt sie Gott.
00:35:44: Und das hatte ein bisschen glaube ich zu tun.
00:35:46: Ich weiß es nicht aber mit der Geschichte des sanften Säusens wie Elia
00:35:50: im
00:35:51: ersten Testament Gott erlebt.
00:35:52: Aber ihr merkt schon, ich kann von einem zu dem nächsten... und Rebecca hat es schon richtig angekündigt wir sind prädestilierte Quatscherin was ist ein großer Teil unseres Berufs.
00:35:59: Aber mein Play-Doh je ist dass Kirchen nicht nur leise Orte sind, sondern eigentlich Orte des Lebens.
00:36:05: Und ich würde gerne viel mehr dahin kommen sich... über die heiligen Texte und Schriften zu unterhalten, ins Gespräch zu kommen.
00:36:12: Und miteinander zulehren und nicht nur leise für sich alleine dazu sitzen denn dann passiert das was gerade passiert und zwar in krasser Formage des Konservatismus und des Fundamentalismus weil alle die Texte nicht mehr im Austausch... Tut mir leid es sehr pauschalisiert ne aber man ist nicht beim Austauscht darüber oder nur noch mit einer Gruppe und dann kommt es eben so oder dass es würde ich sagen Nährboden für Fundamentalismus which is not good.
00:36:35: Und genau, also wir können ja immer weiter weiter weiter, weiter weiter reden und ich würde aber vielleicht einfach mal so ein bisschen zum Ende kommen.
00:36:44: So ein bisschen zusammenfassen eine Sekunde Malke du darfst gleich wieder reden.
00:36:52: Aber ich hatte noch eine Frage davor eigentlich und zwar Wir haben jetzt viel darüber geredet es gibt Zeiten zum Speigen Es gibt Zeiten zu reden und Ich finde auch befinden uns gerade in einer Zeit, in der wir nicht schweigen dürfen.
00:37:05: Also es passieren so viele Ungerechtigkeiten.
00:37:08: Es gibt den immer noch anhaltenden Extremrecht zurück.
00:37:12: Es ist eine Verrohung die ich auf jeden Fall wahrnehme in der Gesellschaft und wir müssen da was sagen.
00:37:16: also auch so vielleicht ein Appell nochmal an die Zivilcourage Und wir haben dann sozusagen eher gerade so einen negativen Blick auf Stille gehabt.
00:37:24: aber ich will noch einmal ganz kurz den Raum öffnen damit ihr vielleicht ein bisschen etwas von eurer persönlichen spirituellen Praxis erzählen könnt und ob da stille oder wie ihr das stelle wahrnimmt.
00:37:35: Oder wie er mit stelle umgeht.
00:37:37: Kübra, magst du einmal erzählen?
00:37:38: Ja
00:37:38: sehr gerne wir beten ja eigentlich auch.
00:37:41: wenn wir also mit beten meine ich jetzt wir haben bittgebet als es ist das individuelle gebet door was man in egal welcher sprache machen kann dann gibt's das hauptgebet was fünf mal am tag gebetet wird salat.
00:37:54: und das passiert natürlich wenn man es alleine macht im still aber nicht ganz im Stillen.
00:38:01: Also es ist nicht so Muxmoischen still, sondern die Lippen... vielleicht habt ihr das schon mal gehört?
00:38:07: Oder auch wenn man aus dem Koran lest dann ist es auch so, wenn ich's für mich lese und nicht laut und ich bin zum Beispiel im Bus meine Rechtsschule sagt dass sich da auf meine Lippe bewegen muss damit ich die Buchstaben auch richtig rausnehmen können.
00:38:19: deswegen falls ihr mal jemanden entdeckt im Bus oder weiß ich nicht und die macht dann so eine Geste mit den Lippens so kann es sein,
00:38:27: dass
00:38:28: sie versucht
00:38:29: werden.
00:38:29: Kübra hat einfach so ihre Lippen aufeinander.
00:38:31: Genau,
00:38:31: genau.
00:38:32: So auseinander und vielleicht hört man da auch so beim... Es ist nicht wie bei Harry Potter das ich mit Schlangen rede.
00:38:38: Das stelle Rezitieren!
00:38:41: Was für mich ganz auch toll ist vom Bild hier, das hatte ich mal irgendwo gelesen.
00:38:45: Wir beten ja und wir haben ja ... Wir stehen!
00:38:49: Wir bücken uns und gehen ganz nieder mit dem Stillen auf den Boden Und da gab es mal so ein tolles Zitat.
00:38:55: Also vor euren Augen soll eben die Position sein wo eine Person betend mit dem stillen auf dem Boden ist und dieser Zitat war Du flüsterst in die Erde aber es wiederhalt sich im Wolken oder es wiederholt sich bei Gott.
00:39:14: Also diese Stille, ob das jetzt ein Gebet ist, ob dass jetzt eine Klage an Gott ist, Ob das jetzt eine traurige Situation ist – alles was wir im Stillen erleben findet nachklang bei Gott!
00:39:30: Und nur weil wir es als Menschen vielleicht manchmal nicht mitbekommen, unsere innersten Gefühle, innersten Trauer.
00:39:39: Das ist alles was wir vielleicht nicht in Worte fassen können.
00:39:42: All das kommt bei Gott an und das finde ich sehr toll.
00:39:49: dieses Laut sein, was aber nur bei Gott ankommt nicht bei meinen Mitmenschen und manchmal bei mir, weil ich selber nicht in Worte fassen kann.
00:39:59: Und das sehe ich dann im spirituellen in der Religion einfach sehr... Das schätze ich sehr, weil Gott ist der Allsehende, Allhörende, Allsprechende und deswegen diese Stille auch wenn sie nicht still ist findet sie nach Klang bei Gott.
00:40:14: Das kann ich so sagen!
00:40:16: Ja, wir haben das auch mit denen, dass man die Wörter sagen soll und selbst im Stillen... Also es heißt das stille Gebet.
00:40:21: teilweise als Übersetzung hört man auch die Leute mal so säuseln.
00:40:26: Interessant!
00:40:27: Aber auch wichtig.
00:40:28: wenn man sobald ich in Gemeinschaft bete wird das nochmal wiederholt laut auch weil's wichtig ist das zu hören auch noch das ist ganz interessant.
00:40:35: aber genau
00:40:38: Nein, nein.
00:40:40: Das Schweigen ist auch Teil der christlichen Praxis und der christliche Tradition.
00:40:44: zum Beispiel gibt es ja Orden- und Klöster in denen feste Schweigezeiten eingeplant sind.
00:40:51: weiß ich nicht das tagsüber oder morgen zusammen geschwiegen wäre zusammengeschwiegen wird.
00:40:57: Da gibt es auch Kurse, wenn das interessiert für eine kurze Zeit für eine Woche kann man das gerne mal ausprobieren.
00:41:04: ich glaube dass das gut sein kann das einfach mal zu testen.
00:41:09: Auch in den Gebeten zum Beispiel in dem Fürbitten im Gottesdienst gibt immer wieder ne Pause.
00:41:13: all das was uns jetzt bewegt was wir unseren Herzen tragen das legen wir jetzt vor dich Gott und das sagen wir dir in der Stille.
00:41:21: Es gibt Gedenkminuten, Schweigeminuten.
00:41:23: Nicht nur im Christenentum nicht in der Liturgie sondern auch darüber hinaus.
00:41:27: Auch im weltlichen gibt es dann Minuten des Gedenken oder des Schweigens.
00:41:32: Auch das Kerzenanzünden zum Beispiel eine Kerze gehen... ...in den Gottesdienst gehen und eine Kerse anzünden.
00:41:39: Also im
00:41:40: Gottesdienst oder in einer Kirche tun auch viele in Stille.
00:41:45: Also sie gehen still dorthin, entstille eine Kerze ansetzen sich auf den Platz.
00:41:50: Und mir ist das Gebet in Stille fast am sympathischsten also mich hinzusetzen in Ruhe die Schultern fallen zu lassen alles was mich belastet in einem großen Säuften rauszulassen und dann sage ich nur du weißt schon!
00:42:07: Du weißt ja und kann dann gut schweigen.
00:42:11: eher das Gefühl, ich klinke mich ein in diese Stille und in diese Ruhe.
00:42:17: In dieses Schweigen, in diesen Säuseln und Wissbahnen – der Herzschlag oder der Puls ist der Welt.
00:42:25: für mich ist es weniger eine bedrohliche Schweigen- oder einen Gott, der sich rauszieht aus der Welt sondern für mich viel mehr das wo ich Gott begegne im Schweigen Und das wird auch, zum Beispiel im zweiten Testament am Kreuz deutlich.
00:42:45: Im Moment der Kreuzigung Jesus stirbt und spricht dann, zitiert dann auf diesem Psalm aber sprich dann mein Gott, mein Gott warum hast du mich verlassen?
00:42:53: Ein Moment der Abwesenheit Gottes des Stille die wiederum dann als besondere Nähe Gottes gedeutet und gesehen wird.
00:42:59: beziehungsweise Jesus selber nimmt das Schweigen Gottes auf sich und hält es aus dem Schweigen dieser Welt.
00:43:06: Und mir ist denn Frage bei der Praxis, bevor ich dich frage wie es dir eigentlich geht.
00:43:10: Wollte ich noch kurz sagen?
00:43:13: Es ist mir auch wichtig immer wieder feministisch-theologische Momente und Aspekte reinzubringen.
00:43:16: und das gibt tatsächlich einem diesen Vers bei Paulos die Frau Schweige in der Gemeinde vielleicht sitzt ihr hier schon denkt so wann sagt sie's endlich jetzt?
00:43:24: oder?
00:43:25: Ich sag ja.
00:43:25: es muss auf jeden Fall gesagt werden dass es ja so ein Satz mit dem viele begründen warum Frauen nicht Priesterinnen oder Pfarrerin werden dürfen Warum Sie sich zurückhalten sollen Rollen in Gemeinden haben sollen.
00:43:37: Das ist natürlich vollkommen der Quatsch, aus einer feministisch-theologischen Perspektive sorgt Paulus eigentlich für Gleichberechtigung denn es war gerade unfassbar neu dass Frauen überhaupt in Gottesdiensten oder im Gemeindeversammlung mit dabei sitzen.
00:43:50: und das Wort für Schweigen ich habe die Sprachen ja nicht studiert aber ich weiß dass hier Menschen sitzen die die sprachen können.
00:43:56: Das Wort für schweigen das Paulos benutzt heißt Sieger Und das heißt auf jeden Fall ein Zeitweise schweigen.
00:44:03: Es geht nicht um das Schweigen generell, sondern für den Moment wenn da vorne jemand steht und erzählt dass dann zugehört wird damit die Frauen genauso auf dem gleichen Wissenstand kommen wie die Männer.
00:44:14: also wir können das tatsächlich aus einer Perspektive des Antriebs der Gleichberechtigung lesen.
00:44:20: damit Frauen auf den gleichen Wissensstand wie Männer kommen sollen sie in diesem Moment zuhören und lernen und eben sich dann wieder beteiligen.
00:44:28: ganz viel reden natürlich aber nicht in diesem moment
00:44:31: Spannend.
00:44:32: Rebecca, schweigen in deiner Gebetspraxis?
00:44:36: Also die Leute, die vielleicht schon zugehört haben oder mich kennen wissen das Gebet generell etwas ist womit ich mich schwer tue.
00:44:43: Ich tue mich auch schwer oder habe mich schwer getan mit so Meditationen und diesen ganzen stille Momenten.
00:44:48: aber ich glaube schon dass es manchmal ganz gut ist in sich zu kehren und was ich mache, das ist vielleicht nicht klassisch spirituell.
00:44:55: Aber bevor er sich unterrichtet in der wachsenden Bildung und gibt ganz viele Workshops, mache ich das, dass ich einmal fünf Minuten davor eine kleine stille Meditation für mich mache und nochmal so in mich gehe und mich so versuche ein bisschen zu regulieren damit ich eben dann den Menschen mit denen ich arbeite auf die bestmöglichste Art und Weise begegnen kann.
00:45:16: Und eine Zeit lang habe ich morgens manchmal so meine Gebetsdreamen angelegt.
00:45:21: Das mache ich manchmal mehr, manchmal weniger aber das ist auch schon etwas den Tag irgendwie vielleicht mal in Stille anzufangen und nicht sofort aufs Handy oder so zu schauen was manchmal ein bisschen unbequem ist aber womit ich irgendwie versuche besser umzugehen und damit gut... Ich glaube auch dass es einem gut tut sozusagen
00:45:41: Hier fällt noch ein, dass wenn ich Stille glorifiziert habe gerade.
00:45:45: Dass das für einige ja auch als bedrohlich empfunden wird.
00:45:48: also es gibt auch Orte in unserer Gesellschaft zum Beispiel im Gefängnis.
00:45:52: da wird Stille gar nicht als wohltun oder als bestärkend oder als besonderer Moment und mit Gott in Verbindung zu treten gesehen sondern als Bedrohlig erlebt oder zb auch als eine Art Folterinstrument.
00:46:04: Das ist
00:46:05: keine Geräusche gibt Es kann doch eine absolut bedrohliche Situation sein oder Momente der Angst vor einer Katastrophe.
00:46:12: ist die absolute Stille und man weiß in jedem Moment passiert oder kommt der große Knall.
00:46:18: Das können auch ganz bedrohliche Situationen sein, das möchte ich auch noch einmal sagen.
00:46:21: Dazu gibt es wieder eine türkische Redewendung.
00:46:23: Die Türken haben zu jedem was gesagt hier, die Fürttner Angels ist hässlich.
00:46:29: Gibt's das vielleicht auch im Deutschen?
00:46:31: Die Stille vorm Unwetter von der Sturm.
00:46:35: Ja, vor dem
00:46:35: Sturm!
00:46:37: Ja,
00:46:40: also wir fassen zusammen einfach.
00:46:41: Es gibt eine Zeit zum Schweigen und es gibt eine zeit zum Sprechen um Kohelet noch mal zu zitieren.
00:46:47: Und wenn ich mir was wünschen darf wird jetzt dieses turn-turn-turn abgespielt Also bei der Aufnahme später in der Produktion In der Nachtproduktion von The Birds ist so aus den Sechzigern.
00:46:58: kennt ihr das?
00:46:59: Ist einer meiner Lieblingsleder genau.
00:47:01: Okay, dann vielen Dank dass wir wieder zusammen hier sein konnten zu dritt und quatschen konnten.
00:47:06: Vielen dank an euch stille Zuhörende!
00:47:09: Ich hoffe ihr habt euch nicht gelangweilt.
00:47:11: ich hoffe ihr konntet was mitnehmen und was lernen und wir freuen uns auch immer von euch zu hören.
00:47:16: und Kübra es ist Zeit.
00:47:18: wo können wir von den Leuten hören?
00:47:19: Die erreichen die uns?
00:47:20: Ja,
00:47:21: die E-Mail lautet www.dreidreiseitspodcastathouse-off-one.org Und natürlich auf Instagram könnt ihr uns finden Nachricht schicken oder uns gleich persönlich ansprechen.
00:47:34: Genau, wir haben gleich noch Zeit und miteinander zu reden kommen gerne auf uns zu wenn ihr noch Fragen habt Rückmeldungen Anmerkung Wir freuen uns auch das Gespräch mit euch.
00:47:42: Vielen lieben Dank.
00:47:44: dann bis zum nächsten
00:47:44: Mal Bis zum nächsten mal.
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